07.02.2019 00:00

Ausstellungseröffnung Irmgard Esch | Jana Dettmer

Von: Helmut Kesberg

Irmgard Esch und Jana Dettmer zeigen im Kunstsalon KunstStücke by Dettmer Bilder, die in ein spannungsreiches Gespräch miteinander treten.

Irmgard Eschs farbintensive und stimmungsvolle Gemälde bewegen sich auf einer Grenze vom Gegenständlichen zum Nicht-Gegenständlichen. Die im Kunstsalon KunstStücke by Dettmer ausgestellten Bilder rufen die Erinnerung an Blumen, an Vegetabiles hervor und regen  die Betrachter zu weiteren Assoziationen an. Lyrische, poetische Linien legen sich über kraftvolle, dynamische Flächen, immer wieder mit subtil differenzierten Rottönen, begegnen geometrischen Mustern, die auf einmontierten Stoffen hervorleuchten oder  gesprüht sind. Ausgangspunkt sind immer konkrete und erlebte Momente, die sich im Malprozess verändern, auflösen oder auch verfremden. Vieles ist verborgen, bereits übermalt, aber nur scheinbar verloren, es bleibt unter der Oberfläche spürbar und gibt dem entstehenden Bild Tiefe. Durch die sensiblen Farbkompositionen, die Überlagerung verschiedener Schichten, durch die Vitalität des Pinselstrichs und ungewöhnliche Formen erhalten die Bilder etwas Spielerisches, Leichtes, Bewegtes und vermitteln eine heitere, beschwingte Atmosphäre.

Jana Dettmers Bilder sind von ihrer Rakeltechnik geprägt, die darunter- und darüber liegende pastose Farbschichten zu unendlich abgestuften Farbschlieren vermischen, in deren Tiefe man sich hineingezogen fühlt.  Die Bilder enthalten keinen Hinweis auf gegenständliche Formen, insofern sind sie abstrakt. Dennoch regen sie uns aufgrund unseres gegenständlichen Sehens an, uns in Urformen, Ursituationen hineinzudenken.  So wecken die meist horizontalen Farbbewegungen in den querformatigen Bildern  die Anmutung von ruhiger Landschaft, etwa an der See. Und die hochformatigen, die von senkrechten und von quergezogenen Rakelzügen strukturiert sind, erinnern an Blicke durch Fensterscheiben in eine blaue Dämmerung.

Beide Räume der Galerie sind durch eine Glaswand getrennt und doch wieder verbunden. Dadurch treten die Bilder in eine Zwiesprache miteinander. Wären sie Musikinstrumente, würden sie eine geheimnisvolle Musik intonieren:  Die Bilder von Jana Dettmer liefern den sanften Kontrabass als Grundlage, die von Irmgard Esch spielen das quirlige, melodiöse Saxofon dazu.

 

 


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